Nikon Kameras, Auswahl von Objektiven

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Das Internet ist voll von Testberichten und Erfahrungsberichten zu verschiedenen Objektiven. (siehe dazu auch meine Nikonlinks. ) Wie soll man da als Einsteiger noch den Überblick behalten und die richtige Optik kaufen ?

Ich möchte mal etwas allgemeiner an das Thema rangehen und ein paar Anregungen geben. Im Prinzip gibt es drei Gruppen von Objektiven: Festbrennweiten, Consumer Zooms (z.B. Blende 3,5 -4,5) und Profizooms (durchgehend Blende 2,8).

Nikon bietet im Consmerbereich derzeit ein 18-55 VR 3,5 – 5,6, ein 18-105 VR 3,5 – 5,6, ein 16-85 VR 3,5 – 5,6 und ein 18-200 VR 3,5 – 5,6 an. Daneben gibt es noch ein paar andere Objektive, die aber keinen Bildstabilisator (VR) haben bzw. aus älteren Serien sind. Deshalb gilt hier: „Finger weg“

Diese vier genannten Objektive bieten alle eine gute Bildqualität und unterscheiden sich im Wesentlichen durch durch den abgedeckten Brennweitenbereich, den Preis und die Verarbeitungsqualität. Die Schärfe ist relativ identisch. Das 18-200 hat aufgrund seines großen Zoombereiches eine sehr aufwendige Konstruktion und fällt deshalb ggü. den kürzeren Standardzooms in der Schärfeleistung etwas ab. Ich persönlich bevorzuge deshalb die kürzeren Standardzooms.

Nikon hat ggü. den Vorgängergenerationen aus den 90ern bei seinen aktuellen Consumer Zooms deutliche Verbesserungen bei Schärfe (hier insbesondere in den Ecken) , Autofocus und Bildstabilisator erreicht. Es macht deswegen wenig Sinn ältere Standardzooms zu kaufen.

Für den Telebereich gilt das Gleiche, auch hier sollte man insbesondere auf den VR nicht mehr verzichten. Sehr gut ist zum Beispiel das 70-300 4,5 – 5-6 VR, aber auch das kleine 55-200 VR 4-5,6 muss sich nicht verstecken. Ältere Consumer Zooms kommen hier nicht mehr mit, auch wenn die Verarbeitung inzwischen etwas gelitten hat.

Empfehlenswerte Kombinationen:
18-55 und 55-200 : preiswert und gut
18-105 und 70 -300 insbesondere in Verbindung mit einem Extremweitwinkel sehr vielseitig
16-85 und 70 -300: etwas wertiger und unten rum mehr Weitwinkel

Die genannten Kombinationen können dann je nach Lust und Laune z.B. um einen Extremweitwinkel oder um ein Macro ergänzt werden. Auch lichtstarke Festbrennweiten sind eine tolle Ergänzung.

Profi Optik
Neben der Consumer Line gibt es bei Nikon noch die 2,8er Zooms: 17-55 2,8; 70-200 2,8: 24-70 2,8 und die älteren 80-200 bzw. 28-70 2,8er. (es gibt noch ein paar weitere) Im Gegensatz zu den Consumer Zooms ist das die Profi Linie von Nikon, diese Optiken sind seit jeher auf maximale Leistung und wertige Verarbeitung getrimmt. Hier kann man auch bedenkenlos zu einem gebrauchten Exemplar in gutem Zustand greifen. Diese Optiken spielen überall dort ihre Stärken auf, wo es auf hohe Lichtstärke, schnellen Autofocus und Robustheit ankommt. Sport und Konzerte sind typische Anwendungsbereiche.

Einen Golfspieler oder einen Dressurreiter kann man sicher auch mit einem Consumer Tele fotografieren, spätestens beim Eishockey wird man aber Probleme bekommen. Hier hilft nur noch Lichtstärke. Aus meiner Sicht wäre dann aber eine Vollformatkamera aufgrund des besseren Rauschverhaltens die optimale Wahl

Fremdhersteller, Sigma, Tamron, Tokina…
Da Nikon inzwischen im Consumer Bereich sehr attraktive Linsen zu sehr guten Preisen im Angebot hat, macht es wenig Sinn über Alternativen vom Drittherstellern nachzudenken. Sicherlich gibt es da die ein oder andere Ausnahme (z.B. Tamron 17-55 2,8, Tokina 12-24) aber bei den Fremdherstellern ist die Qualitätskontrolle nicht optimal. Einfach mal bei Google nach „Dezentrierung“ und den entsprechenden
Fremdhersteller suchen. Ich bin selbst mal Opfer einer solchen Optik geworden.

Die Fremdhersteller besetzen aber auch interessante Nischen im Objektivprogramm. Sigma bietet z.B. eine Reihe hochlichtstarker Festbrennweiten im Weitwinkelbereich an. Daneben sind auch die Macros der Fremdhersteller sehr sehr gut.


Ergänzung des Objektivparks
Wenn sich erst einmal ein paar Linsen angesammelt haben, dann stellt sich oft die Frage, soll ich z.B. mein 18-55 gegen ein 16-85 tauschen ? Meine Meinung dazu: Ein Objektivtausch / kauf ist immer dann sinnvoll, wenn er die fotografischen Möglichkeiten erweitert. Sofern sich nur die Schärfe minimal verbessert, hat man wenig gewonnen. Ein Lichtschwaches gegen ein Lichtstarkes Objektiv zu tauschen ermöglicht neue Motive und ist deswegen sinnvoll.

Zum Schluss…..
Über Objektive kann man endlos diskutieren, es gibt Foren, die sind voll davon. Jede dort geäußerte Meinung ist subjektiv und von eigenen Erfahrungen geprägt (genau wie dieser Artikel…) Ein Profi hat andere Ansprüche als ein Anfänger. Im Endeffekt muss man seine eigenen Erfahrungen sammeln, ein Fehlkauf ist nicht weiter schlimm, für Objektiv gibt es schließlich einen guten Second Hand Markt.

Es muss nicht immer die teuerste Linse sein, auch mit einfachen Optiken lassen sich beeindruckende Bilder produzieren. Vor vielen Jahren habe ich mal ein einem Fotokurs teilgenommen, ein Teilnehmer brachte zur Fotoexkursion das komplette Leica Sortiment mit, ein älterer Herr hatte seine Uraltpraktika mit einem 50er dabei…. Komischerweise hatte der Mann mit der Praktika am Ende des Tages die besseren Fotos im Kasten.

Das Objektiv ist nur ein kleiner Teil der Aufnahmekette, letztendlich machen viele Faktoren das „gute Bild“ aus: Motiv, Licht, Perspektive, Objektiv, Sensor, Aufnahmeformat, RAW, Bildbearbeitung, kalibrierter Monitor und nicht zuletzt ein hochwertiger Print.

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